INTEGRITÄT

2021 wird als ein Jahr in die Geschichte der Stahlindustrie und sogar der Rohstoffbranche eingehen. Betrachtet man den heimischen Stahlmarkt des gesamten Jahres, so lässt sich dieses als gleichermaßen beeindruckend wie turbulent beschreiben. Die erste Jahreshälfte verzeichnete den größten Anstieg aller Zeiten, während die zweite Jahreshälfte einen historischen Rückgang einleitete.
Ein Blick auf den Stahlmarkt im November zeigt, dass dieser zum Monatsende weiterhin einen anhaltenden und deutlichen Rückgang verzeichnete. Der Gesamtstahlpreisindex fiel um 583 Punkte, der Preis für Gewinde undDrahtstangeDie Preise für Bleche, warmgewalzte undkaltgewalzter StahlDer Preis fiel um 556, 625 bzw. 705 Punkte. Im Berichtszeitraum erholte er sich zweimal und legte auch in der zweiten Jahreshälfte für einige Tage zu. Der plötzliche Ausbruch der Epidemie und die frühzeitigen Erwartungen an Zinserhöhungen in den USA setzten ihn jedoch zusätzlich unter Druck, sodass die Entwicklung am Spotmarkt schwächer als erwartet ausfiel. Am Terminmarkt erholte sich der Preis für Eisenerz mit Fälligkeit 2201 um 509 Punkte und der Preis für Eisenerz mit Fälligkeit 2205 um 523 Punkte vom Tiefststand, was eher den Erwartungen entsprach. Der Preis für australisches Eisenerz (62 %) fiel um 12 US-Dollar, der Kokspreisindex sank um 1298 Punkte und der Stahlschrottpreis um 406 Punkte. Aus Sicht der Terminmärkte haben sich die Eisenerz- und Kokspreise teilweise erholt. Die Eisenerzpreise erholten sich 2201 um 119,5 bzw. 23,5 %, die Kokspreise 2201 um 430 bzw. 14 %, wobei die Eisenerzpreise den größten Aufschwung verzeichneten.
Mit Blick auf den Stahlmarkt im Dezember könnte er in die intensivste Phase seiner Geschichte eintreten. Bestehende Korrekturen der Immobilienpolitik, die Logik des möglichen Nachfrageanstiegs bei physischen Aufträgen zum Jahresende und Jahresbeginn sowie der saisonale Nachfragerückgang bei Baumaterialien spielen dabei eine entscheidende Rolle. Es herrscht ein Spannungsverhältnis zwischen der Wiederaufnahme der Produktion nach Erfüllung der Produktionsbeschränkungen und deren Fortsetzung, wenn diese nicht erfüllt werden. Hinzu kommt das Zusammenspiel von hohem Ressourcenbedarf für die Spotlieferung im Dezember und geringem Spotangebot sowie die massiven Spekulationen mit 2201-Futures. Auch das Zusammenspiel von Short-Positionen und der anhaltenden Bereitschaft der Marktteilnehmer, ihre Positionen aufzugeben, sowie die starken Preisabschläge auf Spotpreise in Futures beeinflussen die Preisentwicklung maßgeblich. Long- und Short-Positionen sind eng miteinander verflochten und führen zu Preisschwankungen im Stahlsektor.

Branchennachrichten 2.1


Veröffentlichungsdatum: 02.12.2021

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